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Turmalin im Edelsteinlexikon von carat-online.at

Pink Turmalin im Ovalschliff Paraiba Turmalin im Triangelschliff Blaugrüner Turmalin im Baguette Treppenschliff

Die Turmalin-Gruppe umfasst eine ganze Reihe von Mischkristallen, die eine komplexe und variable chemische Zusammensetzung aufweisen, aber dieselbe Kristallstruktur. Der Name Turmalin stammt aus dem singhalesischen Wort „turamali“, was soviel bedeutet wie Farbgemisch. Kein anderer Edelstein kommt in so vielen Farbvarianten vor – die Farbenvielfalt des Turmalins erreicht tatsächlich alle nur erdenklichen Farbtöne und Mischfarben, ob einfarbig oder auch mehrfarbige Varietäten. Aus diesem Grund und auch wegen seiner guten Härte und relativen Unempfindlichkeit ist der Turmalin heute in der internationalen Schmuckproduktion und bei Edelsteinsammlern einer der beliebtesten Farbedelsteine.

Um diese einzigartige Farbenvielfalt etwas leichter zu beschreiben, haben einige Tumalin-Varietäten – je nach Farbgebung – folgende Namen:

Achroit – farbloser Turmalin
Dravit – bräunlicher Turmalin
Indigolith – blauer Turmalin
Rubellit – rötlicher Turmalin
Schörl – schwarzer Turmalin
Verdelith – grüner Turmalin

Alle anderen Turmaline werden jeweils nach ihrer Farbe benannt, also z.B. “Gelber Turmalin“. Bei den zwei- oder mehrfarbigen Exemplaren ist der sogenannte “Wassermelonen-Turmalin“ mit den Farben rot und grün der bekannteste Vertreter dieser Edelstein-Gruppe.

Allen gemeinsam ist ein ausgeprägter Pleochroismus, der diese Steine je nach Betrachtungswinkel in unterschiedlichen Farben bzw. Farbintensitäten erscheinen lässt.

Obwohl Turmalin ein relativ häufig vorkommendes Mineral ist, sind einfarbige, schleifwürdige Kristalle eher selten. Die meisten Turmaline weisen Trübungen, Sprünge, Spannungsrisse, Hohlkanäle oder andere Einschlüsse auf, daher sind transparente, fehlerfreie Turmaline in attraktiven Farben und entsprechender Größe durchaus kostbare Edelstein-Einzelstücke.

Eine absolute Besonderheit stellt der “Paraiba-Turmalin“ dar, eine neongrüne bis neonblau vorkommende Varietät, deren ganz besondere Farbintensität auf Spuren von Kupfer zurückzuführen ist. Diese Turmaline erzielen in bester Qualität Preise, die sonst nur hochwertige Rubine, Smaragde oder Saphire erreichen.

Aufgrund seines komplizierten Chemismus ist der Turmalin neben dem Granat der einzige kommerziell wichtige Edelstein, vom dem bisher keine Synthesen hergestellt werden können. Turmaline entwickeln durch Erwärmung bzw. Reibung eine elektrostatische Aufladung (Pyro- und Piezoelektrizität), die Staub und andere kleine Teilchen anzieht. Aus diesem Grund müssen Turmaline häufiger gereinigt werden als andere Edelsteine.

Die wichtigsten Turmalin-Vorkommen befinden sich in Brasilien, gefolgt von Mosambik, Nigeria, Namibia, Madagaskar, Pakistan, Afghanistan und Sri Lanka.

Der Turmalin ist der Monatsstein für Oktober.

Gemmologie

Mineral: Turmalin
Mineralklasse: Silicate
Varietät: Turmalin
Chemismus: Aluminium-Bor-Silicate - Mischkristalle mit wechselnder Zusammensetzung
Mohshärte: 7 - 7,5
Kristallstruktur: trigonal
Dichte: 2,82 - 3,32
Farbe(n): farblos, gelb, orange, braun, schwarz, u.v.a.
Lichtbrechung: 1,614 - 1,666
Doppelbrechung: 0,014 - 0,032
Pleochroismus: fehlt - stark
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